Fünf Fragen

an Hermine Muik, ehrenamtliche Kinderhospizbegleiterin am Sterntalerhof.

Hermine Muik, ehrenamtliche Kinderhospizbegleiterin am Sterntalerhof
© Sterntalerhof, Stephan Zwiauer

Wie verstehst du deine Rolle am Sterntalerhof?

Seit jeher haben mich die Themen Sterben und Tod sehr beschäftigt – und schon rund um meine frühere Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenschwester am LKH Oberwart habe ich mehrere hospizliche Kurse und Fortbildungen absolviert. Der Sterntalerhof war mir schon seit Beginn in Stegersbach unter Peter Kai ein Begriff und ich habe die Arbeit dort mit großer Bewunderung verfolgt– bis ich dann 2016 den Kinderhospizkurs für Ehrenamtliche am Sterntalerhof abgeschlossen habe. Die ersten Einsätze haben mich an meine emotionalen Grenzen gebracht – dennoch war es eine enorme Bereicherung und so freue ich mich, dass ich bleiben konnte.

Wie hat dich der Sterntalerhof geprägt?

Er ist für mich ein Ort der Bewunderung. Ich bewundere das Team, das mit ungeheurem Einsatz arbeitet und vielen Grenzerfahrungen ausgesetzt ist. Und ich bewundere die Familien, die hier Zuflucht suchen und finden. Schwerkranke Erwachsene und schwerkranke Kinder unterscheiden sich meiner Meinung nach grundlegend voneinander. Sensibilität und Wahrhaftigkeit haben für mich bei Kindern einen besonders hohen Stellenwert. Ich bin durch die Einblicke am Sterntalerhof noch viel dankbarer für meine zwei gesunden Kinder geworden.

Wie gehst du mit den traurigen Momenten deiner Arbeit um?

Für mich ist es sehr wichtig, mich während meiner Lebensreise mit Anfang und Ende auseinander zu setzen.Kein Mensch weiß, wann sein Lebenslicht erlischt. Persönlich hilft mir mein Glaube, auch weil ich davon überzeugt bin, dass das irdische Leben nicht das Ende ist. Auch in meinem Garten gelingt es mir gut, neue Kraft zu tanken.Beruflich haben mir Gespräche zur Aufarbeitung von "traurigen Momenten" sehr geholfen. Ich hatte das Glück, in einem Team zu arbeiten, wo es ein Miteinander gab und einer für den anderen da war. Das war in schwierigen und traurigen Situationen sehr hilfreich.

Wie definierst du Glück?

Glück ist für mich ein Zusammentreffen von
innerer Zufriedenheit, Gesundheit und Harmonie im engeren Umfeld. Glück erlebe ich in der Natur – oder wenn ich meine zwei wunderbaren Enkelkinder in die Arme schließen kann.

Wenn du dir eines aussuchen könntest – für welches Thema würdest du unsere Gesellschaft stärker sensibilisieren?

Für den Frieden – der im Kleinen beginnen muss und sich dann über die ganze Erde ausbreitet. Und ich bin der festen Überzeugung, dass viele "Wertigkeiten", die bis in meine Generation sehr wichtig waren, verloren gegangen sind. Dazu zähle ich Ehrlichkeit, Vertrauen, Würde, Wahrhaftigkeit. Das ist vielleicht dem umtriebigen schnelllebigen Zeitgeist geschuldet, aber ich finde es sehr schade, ja sehr bedenklich!

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