Blütenpause

GreenSheep-Gründer Michael Priessnitz ist ein Connaisseur edlen Blütensirups. Und er weiss um seine Wirkung.

© green sheep

Lavendel, ganz klar. Wenn man GreenSheep-Gründer Michael Priessnitz fragt, welcher der vielen Blütensirupe sein Favorit sei, muss er nicht lange überlegen. „Ich bin immer irgendwie gefesselt vom Lavendel, es ist einfach eine enorm sympathische Blüte. Unserer ist mit einem Hauch Apfelrose vermischt, wenn da dann Soda drauf kommt, das schmeckt so unfassbar breit – man ist einfach immer wieder überrascht!“ Zum ersten Mal überrascht von der betörenden Wirkung der Lavendelblüte war Priessnitz bei einem Meeting vor vielen Jahren. Damals war er erfolgreicher Manager, baute die österreichische Repräsentanz einer namhaften deutschen Versicherung mit auf. „Nach der langen Sitzung wurde ein Apéritif gereicht, mit Lavendel und Soda – ich war hin und weg von dem Geschmack!“ Immer wieder durchforstete er darauf die Speisekarten der Restaurants und Hotels auf seinen Arbeitsreisen, vergeblich. Erst als er Jahre später eine Karrierepause brauchte, verschlug ihn sein Weg zufällig zu einem Heurigen, wo man ihm endlich wieder einen Lavendelsirup servierte. „Ich habe sofort den Landwirt ausgeforscht und ihn um eine Abfüllung von 300 Flaschen gebeten, die ich meinen Geschäftspartnern zum Abschied schenken wollte.“ Der Landwirt ächzte, Priessnitz‘ Trennung von der Versicherungsbranche war besiegelt – und GreenSheep war geboren.

Blüten mögen's kühl

„Ich bin kein Lebensmitteltechniker – aber ich frag halt gern“, lächelt Priessnitz auf die Frage, wie er sich das Wissen angeeignet hat. Er beginnt zu experimentieren, zunächst mit Lavendel, bald auch mit Minze und Flieder. Er will das Beste vom Besten, keine Aromen, keine Farbstoffe oder künstliche Zusätze, ein ehrliches Produkt, reinste Natur. Im idyllischen Schiltern im niederösterreichischen Kamptal findet er nicht nur biologisch geführte Kräutergärten, sondern auch ein Integrationsprojekt, das ihn auf seiner Mission tatkräftig unterstützt. Der Bioladen um die Ecke bietet ihm ein Plätzchen im Regal, die ersten Flaschen verkaufen sich – auch ohne aufwendige Verkostungen. Das bestätigt ihn endgültig. Immer breiter wird seine Sortenpalette, reicht bald von Rosen- über Kirsch- bis hin zu Akazienblüten, jede einzelne der neu entdeckten Geschmacksrichtungen fasziniert ihn aufs Neue. „Es ist die Vielfalt, die Unterschiedlichkeit die mich begeistert.“ Die tolle rote Farbe und der säuerliche Geschmack des Hibiskus. Die sperrige Akazie, die an herben Honig erinnert. Die Johannisblüte, der man stimmungsaufhellende Tendenzen nachsagt. „Und wenn man dann Kräuter erst zu mischen beginnt – sind Möglichkeiten unendlich“, schwärmt Priessnitz. Dabei experimentiert er aber auch mit verschiedenen Herstellungsverfahren: „Wir haben festgestellt, dass in den klassischen Entsaftungs- und Verdampfungsverfahren zu viel an wertvollen Inhaltsstoffen verloren geht“, erzählt Priessnitz. Die Sirupe von GreenSheep entstehen daher im bislang nur dem Gemüse vorbehaltenen Kaltansatz-Verfahren. „Bei uns schwimmen die Blüten im kalten Wasser mit Rohrzucker, werden zwei Tage lang schonend gerührt und nur bei der Abfüllung zum Pasteurisieren kurz erhitzt – so bleiben die ätherischen Öle erhalten.“

Von Rosenkäfern und Grottenbahnen

Bald gelingt es Priessnitz mit seinen Sirupen auch Fachjournalisten zu begeistern – und der elegante Meinl am Graben nimmt GreenSheep in sein Sortiment auf. Nachfragen nach größeren Mengen jedoch, muss Priessnitz immer behutsam behandeln. „Nicht alle Ressourcen sind endlos vorhanden“, lächelt er geheimnisvoll. Bio-zertifizierte Kräuter und Blüten unterliegen dem Wandel der Natur. Fällt eine Ernte schlechter aus, gibt es weniger Sirup. Für manche Rohstoffe hat sich GreenSheep überdies Partnerbetriebe in ganz Österreich gesucht. „Für die Damaszener Rose etwa“, lacht Priessnitz und erzählt davon, wie er mit einem Auto voller Damaszener Rosenblüten aus der Steiermark in Schiltern ankam, um dann erst festzustellen, dass sein Auto voller Rosenkäfer war. „Sie waren überall – und sie stellten sich tot, ich musste sie einzeln herausklauben.“ Der Duft der Rosen allerdings – und das Geschmackserlebnis im Sirup hätten ihn redlich entschädigt, gibt er zu.

Nur für die kalte Jahreszeit – fehlt GreenSheep noch ein passendes Getränk. „Ich dachte an einen Wintersirup, auf Basis der honigsüßen Traubenkirsche, mit Anis und Nelken angesetzt, zum heiß Trinken – oder als Zusatz für einen etwas anderen Punsch.“ Bei einem Besuch in der Grottenbahn am Pöstlingberg in Linz begegnet Priessnitz das Sterntaler-Märchen und inspiriert ihn, das erste GreenSheep-Heißgetränk nach den Sterntalern zu nennen. „Ein paar Monate später habe ich die ersten Flaschen zu einer Verkostung mitgenommen – worauf mich zwei Damen angesprochen haben, ob das Getränk denn etwas mit dem Sterntalerhof zu tun habe.“ Verdutzt recherchiert Priessnitz im Web, findet den Sterntalerhof und ruft kurzerhand an. „So haben wir uns kennengelernt“, lächelt Priessnitz, „so begann unsere jahrelange Partnerschaft!“. Eine Partnerschaft, die den „Sterntaler“ und viele andere köstliche Sirupe von GreenSheep ins „Schenken Hilft” Programm des Sterntalerhofs brachte. Und eine Partnerschaft, die in diesem Jahr zu neuen Sternderln aufbrach...

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