Schnee von morgen

Was wir im Winter für Pferde tun können. Und was sie selbst für sich tun.

Eine Pferdekoppel im Schnee. Durch die Bäume dringt abendliches Sonnenlicht, legt sich sanft über das strahlende Weiß, die Zaunlatten werfen lange Schatten. Majestätisch ruhen die dunklen Körper der Pferde im Bild, ihre tiefen Atemzüge durchdringen dampfend die Kälte. Eine Idylle, wie wir sie auch am Sterntalerhof kennen und lieben, eine Szenerie, die fast vergessen macht, dass Pferde gerade im Winter nach ganz besonderer Pflege verlangen.

Wenn es kalt wird am Sterntalerhof, dann ist er bereits erfolgt, der Winter-Check, mit dem Daniela Schaden unsere Pferde Jahr für Jahr auf Schnee, Matsch und Frost vorbereitet. Seit fünf Jahren arbeitet sie hier mit den Tieren, kennt ihre Ansprüche, schaut Woche für Woche auf ihre gesunde Haltung. „Wenn es kalt wird, haben Benji, Estrella & Co. schon ihr Winterfell“, erzählt sie. Richtig wuschelig, zottelig und warm ist es geworden, schützt den Körper auf natürliche Weise vor der Kälte – „wer Pferde jetzt schert, muss ihnen eine Decke überwerfen“. Beachtung verdient der Fellwechsel aber auch, weil er die Tiere viel Kraft kostet, besonders ältere Pferde benötigen jetzt Ergänzungsnahrung – die im Winter je nach Verfassung und Arbeitsaufwand individuell auf die Pferde abgestimmt wird. „Der Koppel fehlt jetzt die Wiese“, sagt Daniela, „Heu und in warmem Wasser aufgelöste sogenannte Heucops müssen stets ausreichend vorhanden sein.“ Wie auch die Salz-Lecksteine am Zaun, die unsere Tiere mit edlem Himalaya-Salz versorgen. Und wie das Wasser, das in beheizten Tränken frostsicher auf durstige Pferdemägen wartet – ein ausgewachsenes Pferd trinkt bis zu 50 Liter täglich.

Hufe im Matsch

Auch im Winter begrüßt Daniela regelmäßig den Hufschmied – und das, obwohl die Tiere hier möglichst „barfuß“, ohne Hufeisen, unterwegs sind. Sie pflegt die Hufe, fettet sie ein, entfernt Schottersteine und hart gewordenen Matsch aus Ballen und Strahl, dem lebenden, rhombusförmigen Innenteil des Hufs. Und jene Pferde, die aufgrund harter Böden doch Hufeisen tragen, bekommen im Winter ein „Hufgrip“: „Das ist ein Gummiteil, das zwischen Eisen und Huf geschoben wird!“, erzählt Daniela „ Es verhindert, dass sich dort Schnee sammelt, der die Tiere instabil stehen lässt – in der Pferdesprache nennt man das stöckeln.“ Das erinnert uns daran, welch erstaunlich kleine Fläche Huf den gewaltigen Körper stützt, ihn Tag und Nacht gut stehen lässt, das Pferd geschmeidig traben oder galoppieren lässt. Und es erinnert uns daran, was unsere Pferde leisten, in ihrer täglichen Funktion als Co-Therapeuten am Sterntalerhof. Wichtig ist daher auch im Winter, dass das nicht zu kurz kommt, was Daniela „Ausgleichsarbeit“ nennt – Arbeit mit dem Pferd zum Ausgleich, fern der therapeutischen Arbeit: Ein entspannter Ausritt in die Natur, gemeinsame Bodenarbeit, das massierende Striegeln aber auch das Dressurreiten – Fitness für Pferde, die die Muskulatur kräftigt und Blockaden im Körper lockert.

„Nichts jedoch stärkt unsere Pferde so sehr, wie das Pferd sein selbst – auf der Koppel.“, lächelt Daniela wissend. Hier ist das Pferd nie allein, lebt sein natürliches Verhalten, die herdeninterne Rangordnung aus, kommuniziert mit seinesgleichen. Hier bewegt sich das Pferd von selbst gegen die Kälte, in seinem eigenen Tempo, läuft und steht, wann es will oder wuzelt und wälzt sich gar – im Schnee, vielleicht sogar im Abendlicht.

Idylle? Natürlich, vor allem für die Pferdeseele. Und auch ein bisschen für uns Zweibeiner. Weil nur ein artgerecht gehaltenes und auch im Winter gut gepflegtes Pferd den für uns so wichtigen Dienst erfüllen kann – den Dienst am Menschen.

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