Pferdestärken

Wertfrei, sensibel und 100% authentisch: Warum Pferde verlässliche Co-Therapeuten sind.

© Sterntalerhof

Die Kinder können ihn meist kaum erwarten, den ersten gemeinsamen Gang zu den Koppeln am Sterntalerhof. Wo Pferde sind, riecht es nach Abenteuer – und dieses Abenteuer beginnt mit dem ersten Begegnungsmoment: Der Mensch wählt sein Pferd. Oder wählt das Pferd seinen Menschen? Was folgt, ist eine Beziehung, die wächst – von Stunde zu Stunde beginnt das Pferd eine seiner allergrößten Stärken auszuspielen: seinen Charakter.

Pferde richten uns nicht nur äußerlich körperlich auf – sondern auch seelisch: Sie bringen uns durch ihre Bewegung ins Gleichgewicht. Sie borgen uns ihre Beine, um unterwegs zu sein und vermitteln uns dabei das Gefühl, getragen zu werden. Darüber hinaus sind sie feinfühlige, soziale Wesen. Sie haben ein feines Gespür für menschliche Befindlichkeiten und sind absolut authentisch in ihrem Verhalten: sie bewerten nicht, sie bemitleiden nicht und sie bestrafen nicht. Kompetent und einfühlsam ausgebildet sind sie wunderbare Co-Therapeuten: Sie lassen sich beobachten, berühren, pflegen, füttern und reiten. Dabei helfen sie uns, verletztes Vertrauen zu heilen und unser Bedürfnis nach positiver Zuwendung zu stillen. Das Erleben eigener Leistungen oder das Bewältigen von Aufgaben rund um das Pferd führt zu Erfolgserlebnissen, die das Vertrauen stärken: Mit dem wachsenden Vertrauen in das Pferd wächst das Vertrauen in sich selbst und in die eigenen Fähigkeiten.

Das therapeutische Können der Pferde kommt am Sterntalerhof in drei Sparten zum Einsatz: dem Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren, der Hippotherapie und der Reitpädagogik. Doch bevor ein Pferd als Co-Therapeut eingesetzt werden kann, will es sorgsam und fachkundig ausgesucht und ausgebildet werden, seine individuellen Wesenszüge müssen ergründet, erkannt und weiter geformt werden. Diese spezifischen Wesenszüge sind es, die ein Therapiepferd ausmachen. Sie wirken sich auf die tägliche Arbeit aus, die es verrichten wird. Und sie wirken sich auf den Menschen aus, mit dem es arbeitet.

Rendez-Vous auf der Koppel

Der Mensch wählt sein Pferd. Oder wählt das Pferd seinen Menschen? Auf der Koppel begegnen wir Herrn Hubert, dem erfahrenen polnischen Warmblut-Wallach – er wirkt geradlinig, selbstbewusst und sensibel. Maxi, der Shetlandpony-Wallach, verkörpert den frechen Lausbub, steht für Rebellion, Freiheit und Lebensfreude und spricht Kinder an, die aufgeweckt und munter sind – oder Kinder, die gerne aufgeweckt und munter wären. Nur wenige Schritte entfernt grast der Tinker-Wallach Benji, ein ausgeglichenes Pferd. Seine Sicherheit, sein innerer Frieden berührt ängstliche, kranke wie sehr sensible Menschen. Die verspielte Quarter-Stute Gioiella spricht besonders Mädchen und Frauen an, während Karli, der reserviert abwartende Shetlandpony-Wallach mit seinen süßen Punkten, besonders schüchternen Kindern ins Auge sticht. Wie auch immer Mensch oder Pferd sich gegenseitig wählen – es beginnt eine gemeinsame Zeit voller wunderbarer und dichter Momente. Wir spüren und empfinden das Tier und sein Wesen, wir werden von ihm getragen. Wir tanken Mut, geben die Verantwortung ab, stehen Gefühlen wie Angst oder Wut plötzlich neu gegenüber – und erobern die Freude in uns selbst zurück.

In diesen Momenten begleitet uns das Pferd – als vierbeiniger Spiegel unserer menschlichen Seele ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der interdisziplinären Arbeit am Sterntalerhof geworden. Diese Begleitung, diese Unterstützung als Co-Therapeut – ist wohl eines der größten Geschenke, die das Pferd dem Menschen je gemacht hat.

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